Fjorde

Kein anderes Land ist landschaftlich so durch Fjorde geprägt wie Norwegen. Fjorde sind lange, schmale Meeresarme, die während der letzten Eiszeit entstanden sind. Die meisten waren Flusstäler, die vom Gewicht der dicken Eismassen unter den Meeresspiegel gedrückt und später vom Meerwasser überflutet wurden. Fjorde sind mehrere hundert Meter tief, mit der flachsten Stelle an der Mündung, wo sie zum Meer hin eine Art „Schwelle“ bilden, und der tiefsten am Talschluss, wo die Eisdecke am schwersten war.

002-Fotolia_30120792_Subscription_XXLFjorde können sehr tief sein
Je höher die Berge, heißt es, um so tiefer und länger ist auch der Fjord dazwischen. Der längste und tiefste Fjord Norwegens ist der Sognefjord. An seiner Mündung gerade einmal sieben Meter breit, schlängelt er sich 205 km weit ins Landesinnere und ist bis zu 1.380 Meter tief. Als schönster und wildester Teil des Sognefjords gilt einer seiner zahlreichen Seitenarme, der Nærøyfjord. Teilweise nur 250 Meter breit, wird dieser schmale Seitenarm von bis zu 1.800 Meter hohen Bergen gesäumt. An einem anderen Seitenarm, dem Aurlandsfjord, stehen hoch oben, auf einer senkrechten Felswand, zwei Bauernhöfe, von denen einer noch immer bewirtschaftet wird. Stigen (Leiter) heißen die beiden Gehöfte, weil sie früher nur über eine Leiter zu erreichen waren.
Nördlich des Sognefjords dehnt sich der Jostedalsbreen aus, mit rund 1.000 km² der größte Gletscher Europas. Durch ihn entstanden der Sognefjord und seine Seitenarme, und bis heute münden seine Gletscherzungen spektakulär in den schmalen Fjærlandsfjord. Der gleichnamige Ort, Fjærland, war bis 1987 nur mit dem Schiff über den Fjord zu erreichen.

Idyllische Landschaften
Eher untypisch ist die Landschaft um den Hardangerfjord. Denn während sonst schroffe Felswände die Fjorde säumen, wird das ungewöhnlich breite Ufer des Hardangerfjords von malerischen Obstgärten, Gehöften und kleinen Dörfern gesäumt. Sein Seitenarm, der Sørfjord, hat nur auf der sonnigen Ostseite ein breites Ufer für Felder und Obstgärten. Sein schmales Westufer dagegen überragt der Hardanger-Gletscher, in dessen mächtigem Schatten der Sørfjord allabendlich versinkt.

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